Holzfasertechnologie aus Italien
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Promeco wurde 1996 von Elena Triaca und Paolo Rebai gegründet und ist ein italienisches Ingenieur- und Produktionsunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung leistungsstarker Recyclingtechnologien zur Unterstützung der Kreislaufwirtschaft spezialisiert hat.
Die frühe Zusammenarbeit mit der UTL GmbH in Wien, einschließlich Referenzanlagen für Kompostierung und Biogas in Bergheim (Salzburg, Österreich), festigte die Expertise des Unternehmens in den Bereichen Kompostierung und anaerobe Vergärung. Dieser industrielle Hintergrund führte letztlich zur Entwicklung des Bioextruders von PROMECO, mit dem Holzfasern als Substratkomponente hergestellt werden können.
Ursprünglich für die Verdichtung und mechanische Behandlung von Grünabfällen konzipiert, entwickelte sich der Promeco Bioextruder infolge von Änderungen der italienischen Umweltgesetzgebung weiter. Die Technologie wurde angepasst, um Überkornfraktionen aus Kompost in eine homogene Faser für Anwendungen in Kultursubstraten umzuwandeln. Von dort aus wurde die Anwendung auf Holzhackschnitzel, Sägewerksrückstände und andere lignozellulosische Rohstoffe ausgeweitet.
Die Ära des Torfs – und derAufstieg der Holzfaser
Über mehr als 70 Jahre war Torf das Rückgrat des professionellen und privaten Gartenbaus. Seit den 1950er-Jahren verließen sich Erzeuger auf Torf, da er eine vorhersehbare Struktur, ein ausgezeichnetes Wasserhaltevermögen und eine zuverlässige luftgefüllte Porosität bot. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Torfklassifizierung zunehmend ausgefeilter, mit Verfeinerungen hinsichtlich Alter, Partikelgröße und Konsistenz.
Im Vergleich dazu hat sich Holzfaser mit bemerkenswerter Geschwindigkeit entwickelt. In etwas mehr als einem Jahrzehnt hat sie sich von einem experimentellen Zusatzstoff zu einem etablierten Rohstoff entwickelt. Diese rasante Entwicklung wurde durch den umweltpolitischen Druck zur Reduzierung des Torfabbaus sowie durch Fortschritte im Maschinenbau vorangetrieben, die es ermöglichen, dass holzbasierte Materialien die von den Erzeugern geforderten Eigenschaften und Leistungen liefern.
Warum extrudierte Holzfaser anders funktioniert
Die extrudierte Holzfaser von PROMECO unterscheidet sich von durch Refinern
erzeugten Fasern. Der Bioextruder wendet kontrollierten Druck, Scherkräfte und mechanisches Kneten an, wodurch
die Zellstruktur geöffnet statt zerrissen wird, was eine elastischere, federartige Faser erzeugt,
gleichmäßige Partikel mit weniger Feinanteilen und vorhersehbarer Schüttdichte entstehen,
eine höhere luftgefüllte Porosität bei geringeren Beimischungsraten erreicht wird, was eine starke Wurzelentwicklung unterstützt,
Staub und Splitterbildung reduziert werden, wodurch Handhabung und Sauberkeit verbessert werden und
die Benetzbarkeit verbessert wird, indem hydrophobe Oberflächen wirksamer aufgebrochen werden als beim Refining.
Refinerfasern, die durch Scheiben- oder Trommelrefiner erzeugt werden, sind tendenziell kürzer, spröder und variabler aufgebaut und enthalten häufig mehr Feinanteile, welche die Drainage verringern und Mischungen weniger vorhersehbar machen können. Extrudierte Fasern bieten eine höhere Konsistenz, mehr Elastizität im Topf und eine gleichmäßigere Leistung zwischen verschiedenen Chargen.

Stabilisierung der Faser durch sekundäre Erwärmung
Ein wesentlicher Vorteil des PROMECO-Verfahrens ist die höhere Temperatur im Vergleich zu anderen Technologien. Dieser besondere Schritt:
stabilisiert die Faser, reduziert Schrumpfung und verbessert die langfristige Struktur im Substrat,
entfernt verbleibende flüchtige Bestandteile und senkt dadurch das Risiko von Phytotoxizität,
reduziert mikrobielle Aktivität und erzeugt ein saubereres, besser vorhersehbares Material und
verbessert die Lagerstabilität und stellt sicher, dass sich die Faser über die Zeit konsistent verhält.
Für Substrathersteller bedeutet dies eine Holzfaser, die nicht nur nachhaltig, sondern auch technisch zuverlässig ist.
Anpassung an Torffraktionen durch Faserklassierung
Der nächste große Schritt in der Entwicklung extrudierter Holzfasern ist die Fähigkeit, Fasern präzise zu dimensionieren und zu klassifizieren, sodass sie die traditionellen Fraktionen verschiedener Torfqualitäten nachbilden. Torf wurde lange für seine vorhersehbare Struktur geschätzt, wobei feine, mittlere und grobe Fraktionen jeweils spezifische Eigenschaften wie Wasserhaltevermögen, luftgefüllte Porosität und Drainage beitragen.
Durch die Herstellung von Holzfasern in kontrollierten Längenklassen werden Hersteller in der Lage sein, diese funktionellen Eigenschaften wesentlich genauer nachzubilden. Kürzere Fasern können die Wasserspeicherung verbessern, mittellange Fasern Porosität und Stabilität ausbalancieren, und längere Fasern Struktur und Widerstandsfähigkeit innerhalb des Substrats bereitstellen. Dieses Maß an Kontrolle wird es extrudierten Holzfasern ermöglichen, sich wesentlich stärker wie die den Erzeugern vertrauten Torfqualitäten zu verhalten und damit einen reibungsloseren Übergang zu torfreduzierten und torffreien Rezepturen zu unterstützen.
Text: David Bellmont, Promeco From: Dega Gartenbau 6/2026
